Jehona Kicaj, ë
Lesereihe "Wir Inländer*innen":
Die Protagonistin von "ë" bleibt namenlos. Als Kind mit den Eltern zu Beginn des Kriegs aus dem Kosovo geflohen, ist sie auf der Suche nach Sprache und Stimme. Das Gefühl keine Stimme zu haben, nicht gehört oder falsch verstanden zu werden und nicht die Kraft zu haben, die Dinge gerade zu rücken, begleitet die Erzählerin über viele Jahre. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz. Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent, auch und gerade, wenn in der Familie nicht darüber gesprochen wird.
